Der verwendete Browser ist leider zu alt und wird nicht unterstützt.
 

BIKE Transalp Challenge

Schnee 5°, Sonne 40°, Rennabbruch, Streckenverkürzung, Traumtrails, 1700hm am Stück, Singletrail, Hotelhopping, Nudeln Nudeln Nudeln, Teamwork, Massage, Platten, Platzierung Overall, dunkelroter Bereich, Startblock, ....

 

So oder so ähnlich sind meine Gedanken wenn ich an die letzte Woche zurückdenke - es ist einfach sooo viel passiert was man eigentlich gar nicht mehr alles wiedergeben kann.

 

Kurz zusammengefasst - Die Transalp war krass. Die Strecke mit Ihren 8 (7) Etappen ist mit Wahnsinns Ausblicken und garstigsten Anstiegen und anspruchsvollen Abfahrten gespickt und verlangt selbst hartgesottenen Rennfahrern alles ab.

Arndt und ich haben dieses Jahr bereits die Mad East Challenge, DM Garmisch sowie Transgermany zusammen in Angriff genommen und konnten uns dabei gut aufeinander einstellen. Gerade bei der Tranalp ist Teamwork ein wichtiger Faktor.

Unser primäres Ziel war es gesund und munter in Riva anzukommen und jeden Tag alles zu geben. Die Platzierung welche am Ende dabei zu Buche stand hat uns selbst mehr als überrascht. Wir konnten im sehr stark besetzten Mänenrfeld Platz 24 einfahren und damit einige Größen des MTB Sports hinter uns lassen bzw. auf Tuchfühlung kommen.

 

Genaue Details zu jedem Tag könnt ihr unten nachlesen:

 

--> FULL STORY

-->RESULTS
--> PICS

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 1: Mittenwald - Reith

Verkehrte Welt

Mit altbekannten Klängen – AC/DC’s Highway to Hell – sollte auch 2009 die Transalp Challenge gestartet werden . Vom bayerischen Mittenwald standen zu Beginn gleich 85 km  bis ins erste Etappenziel nach Reith im Alpbachtal auf dem Plan. Was dann jedoch folgte war ein Novum.

Die Kachelmannsche Hiobsbotschaf gabs bereits am Freitag: „...die Schneefallgrenze sinkt auf 1.500m.“ Darf doch nicht wahr sein – Juli, Sommer, Sonnenschein, und der faselt was von Schneefallgrenze…
Ungeachtet dessen rollten am Samstag morgen die beiden Vogtland Bike Teams an den Start nach Mittenwald. Auch wenn vereinzelt bei 6 Grad und Dauerregen erste Zweifel aufkamen.
8:45 Uhr dann die traurige Gewissheit: zum ersten Mal in der Geschichte der Transalp Challenge musste eine Etappe des härtesten Mountainbike-Etappenrennens abgesagt werden.
Aufgrund der äußerst schlechten Witterungsbedingungen in Mittenwald war an Radfahren nicht zu denken.

Doch auch Kachelmann sollte nicht recht behalten. Bereits am Karwendelhaus gab es bei bei 0 °C stundenlangen Schneefall. Also von wegen Schneefallgrenze 1.500m. 1.100 waren es!! Das ganze häufte sich dann auf bis zu 40 cm auf. Eine sichere und reibungslose Durchführung des geplanten Tagesabschnittes war damit vom Tisch. Per Bus & PKW ging es nun zum Zielort nach Reith.

Novum Nr. 2 war dann das Positivste nach Tag eins: der Gesamtstand der ersten Etappe. Team Vogtland Bike e.V. zeitgleich mit den Führenden, noch immer auf Tuchfühlung – und das ohne einen Meter gefahren zu sein...

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 2: Reith – Mayrhofen

Der Mythos beginnt verspätet… 

Nach einem eher ruhigen und fahrarmen ersten Etappentag, sollte laut Roadbook an Tag 2 die erste Zillertaletappe mit 3400Hm als ein echter konditioneller Kracher folgen.
Doch nach dem eher ungewöhnlichem Sommerwetter, sowie den Schneemengen in den Hochlagen der Alpen, war bis kurz vor Start noch nicht abzusehen, welchen Rennverlauf der Tag bringen sollte. Kann gestartet werden? Muss erneut abgesagt werden? Oder gibts zumindest eine verkürzte Etappe?

Zu allererst: es konnte gestartet werden. Doch aufgrund der anhaltenden kalten Wetterbedingungen, entschied sich die Rennleitung zu einer Verkürzung des Streckenverlaufs. Bei der Fahrt nach Mayrhofen musste der Klassiker-Anstieg hinauf aufs Geiseljoch gestrichen werden. Auch hier gaben die Unmengen Schnee den eigentlichen Weg noch nicht frei. Statt der anvisierten 88km, verkürzte sich die Etappe nun auf knapp 50.

Von Beginn an war nun klar: Eingewöhnung? Fehlanzeige! Als ob die Mehrzahl der MTB-Profis am gestrigen Tag nur mit den Füßen gescharrt hatten, um endlich loszufahren, gings mit Vollgas los. Von Reith aus über den Reither Kogel ins Zillertal. Festbeissen war die Devise der Vier.
Während vorn Arndt Meschke und Sven Gerber den Abstand zu den führenden Gruppen gering halten konnten, mussten weiter hinten Andy Leistner und Mike Seidel schon ordentlich den Grenzbereich ausloten. Besonders hinauf zum Loassattel machten sich die Erkrankungen bei Mike in der Vorbereitung bemerkbar. Nur nicht überpacen – immerhin stehen noch 6 Etapen bevor.
In Schwaz war dann bereits die Ziel-Zeitmessung. Im Eilflug bog der Vogtland Bike Express ein, vornweg Arndt Meschke im Vollschub, gefolgt von Sven Gerber. 2:39 h bedeuteten Rang 36. Einige Minuten dahinter, Andy Leistner und Mike Seidel, auf Rang 80.

Top 100 geschafft, ein erstes Ausrufezeichen gesetzt und bereits die Konkurrenz gesichtet. Es kann weitergehen!!

Der Sieg ging an das deutsch-schweizerische Multivan Merida Biking Team mit Hannes Genze und Andreas Kugler.

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 3: Mayrhofen – Brixen

Seite an Seite mit Alison Sydor…

Auch wenn die 3. Etappe der Transalp mit Polizeibegleitung startete, waren diesmal keine Wetterkapriolen verantwortlich. Aufgrund von Bauarbeiten auf der geplanten Straße zwischen Mayrhofen nach Ginzling ging es zunächst in einer neutralisierten Phase durch den Straßentunnel.

Bereits hier machten sich die unterschiedlichen Startplätze in den einzelnen Startblöcken bemerkbar. Durch die Vortagesplatzierungen mussten Andy & Mike im hinteren dritten Block ran, während Arndt & Sven aus einer Luke weiter vorn starteten. So hieß es erstmal einreihen und sich auf Positionskämpfe einstellen.

Entlang der beliebten Mountainbikestrecke am Schlegeisspeicher ging es hoch zum Pfitscherjoch. 30 km Anstieg am Stück. Kontinuierlich arbeiteten sich die beiden Vogtland Bike – Teams Fahrer um Fahrer nach vorn. Bei Kilometer 25 musste dann gar der Spazierstock ausgepackt werden – zu steil die Rampen, schieben war angesagt. Seite an Seite mit den Leadern der Mixed-Kategorie, Rocky Mountain Ikone Alison Sydor und ihrem Partner Daniel Gathof  folgte für Arndt & Sven der Aufstieg zum Pfitscherjoch sowie die folgenden Kilometer Richtung Brixen.
Auch wenn das Höhenprofil einer ewigen Abfahrt glich, hatten es die unzähligen, kraftraubenden Kuppen in sich. Im Wechsel mit dem Rocky Mountain Duo wurde Tempo gemacht und die Gruppe vorher aufgefahren. Zur Verwunderung bestand diese jedoch nicht aus Transalp-Bikern, sondern aus einigen Alpen-Kühen, die ebenfalls die Transalp-Route für einen Spaziergang nutzten.

Aufgrund des eher mäßigen Tempos, musste man die ungeliebten Kontrahenten also stehen lassen. Doch vorbeikommen war nicht so einfach. Mit etwas Mühe dann der Überholvorgang und weiter ging die Fahrt im Downhill von Aicha ins Riggertal. Im technisch anspruchsvollen Stück über vielmals losen Untergrund dann die letzten Kilometer.
Hier wurde die Fahrt dann mehr als riskant, da sowohl Arndt’s als auch Sven’s Reifen schleichend Luft verlor. Aber die letzten Meter hangab wurden auch so gemeistert. Augen auf und durch!

Nach 3:50 h erreichten sie letztendlich Brixen. Für Alison Sydor bedeutete dies Rang 1, für Arndt & Sven Tagesrang 30, und das nur wenige Sekunden hinter dem Profiteam von Texpa Simplon mit Roland Golderer. Im Ziel wurde nun auf Andy & Mike gewartet. Auf Platz 72 landeten sie am Ende von Tag 3. So langsam kommen auch sie ins rollen. Und der Startplatz für morgen verschiebt sich gleichmal um einen Block nach vorne. Das lässt hoffen…

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 4: Brixen - St. Christina

4. Tag, 3. Renneinsatz, nächstes Highlight.

Die Königsetappe stand an - knapp 3700 Höhenmetern zwischen Brixen und St. Christina waren zurückzulegen. 84 km reinstes Alpenkino, aber auch Konditionsraubend hoch zehn.

Zunächst folgte das Starterfeld dem langen Anstieg Richtung Würzjoch. Teilweise asphaltiert, teilweise auf losem Schotter kamen hier bereits die ersten Höhenmeter als Vorgeschmack der heutigen Hochgebirgsfahrt. In den jeweiligen Gruppen versteckend, versuchten die beiden Vogtland Bike Teams Körner zu sparen. Haushalten war die Kunst des Tages! Vorbei gings auch wieder an der Begleitung von gestern, dam Rocky Mountain Mixed-Duo Alison Sydor & Daniel Gathof. Doch diesmal wurde noch eine Schippe km/h draufgepackt…

Hinab ins Villnösstal gab es erstmals die Gelegenheit zum Durchschnaufen. Doch die Erholung währte nur kurz, was folgte war der Anstieg zur Gampenalm. Und wieder ging es die sich schlängelnden Almwege hinauf. Weiter zur Schlüterhütte. Mit fletschenden Zähnen, hechelnden Lungen und letzten Kraftreserven dann die nur noch schwer fahrbare Rampe zur Schlüterhütte. Auf 2.340 m dann das Dach der heutigen Etappe - das Kreuzkofeljoch. Das sich hier bietende sagenhaften Panorama nehmen nur die Wenigstens wahr. Auch das Gänsehautfeeling ist wohl eher der rasanten Abfahrt nach Campill zuzuschreiben, als der Aussicht hinab in Tal. Kilometer um Kilometer, Kuppe um Kuppe, immer rauf und runter.
Auf überwiegend Schotterstraßen führt die Route nach Corvara und hinauf zum Grödnerjoch.
Asphaltanstieg. Nicht weniger anstrengend, aber einfacher fahrbar. Nur die Steigungsprozente nagen am den letzten Kraftreserven.

Mit dem Grödnerjoch ist Kilometer 75 erreicht und die Gewissheit das es nur noch bergab geht. Hier kurz vor dem Ziel in St. Christina wartet noch mal ein echter Sahnetrail. Typisch Uli, erst die Qual und dann das Versöhnungsangebot. Aber so kennt Dich ja die Transalp-Gemeinde…

Im Ziel in St. Christina dann typisch Südtiroler Bike-Enthusiasmus: Feierlaune und bestes Wetter. Dazu passend das bisherige Topergebnis der 2009er Transalp: Rang 28 für Arndt & Sven im Elitefeld, Rang 72 für Andy & Mike
Meine Fresse das rockt…

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 5: St. Christina – Sarnthein

Quäl’ Dich Du Sau!

Das berühmt Udo Böltz Zitat war heute mal wieder Programm. Mit dem Anstieg zum Gasteigersattel stand der längste Anstieg der zwölfjährigen Transalp-Geschichte auf dem Programm. 1.679 Höhenmeter am Stück.
Nochmal zum Verständnis: eintausensechshundertneunundsiebzig.

Mensch Uli, muss das sein auf Deine letzten Tage??? Doch Gründervater Uli Stanciu quittierte dies nur mit einem süffisanten lächeln: "Ich hoffe sehr, dass die Teilnehmer danach die super Trailabfahrt Richtung Sarnthein noch genießen können."

Aber der Reihe nach.
Erstmals war die Transalp auf ihrem Weg durch die Dolomiten in Richtung Gardasee in den beiden Südtiroler Etappenorten St. Christina und Sarnthein zu Gast. Gemeinsam im Startblock folgte aus dem Stand der Anstieg zum Monte Pana. In Serpentinen konnte hier noch Asphalt “genossen“ werden. Es sollte schlimmer kommen…
Weiter ging es über schottrige Almwege hinüber zur Seiseralm, inklusive anschließender Verpflegungsstelle. Der Weg war gespickt von einem Traumpanorama auf Langkofel, Plattkofel oder Schlern. Doch auch hinab ins Eissacktal wars gefährlich, immer wieder wechselten Schotter- mit Wald- & Wiesenwege, schmale Trailpfade und breite Asphaltstücke. Hier erwischte es Andy Leistner, der unfreiwillig übers Rad abstieg. Arndt Meschke konnte um Haaresbreite die Kollision mit einem Baum ausweichen. “Nur“ leicht gestreift…
Aber alles nix, abgeputzt uns weiter. Es sollte schlimmer kommen…

In Waidbruck war dann Schluss mit lustig! In Richtung Rittner Horn begann die Tortour. Statt Panorama ging der Blick bei all’ der Ansammlung an Höhenmetern nicht nach links oder rechts, sondern eher nach vorn oder unten. Was sich hier offenbarte, war ein wild blinkender Pulsfrequenzmesser. Es taten sich Zahlenkombinationen auf, die man eher vom Lotto kannte und mit Superzahl wohl auch nicht zu beschreiben waren...

In jedem Muskel zwickte es, aus jeder Ecke keuchte es. 
Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll. Ein äußerst dehnbarer Begriff.

Dann auch das noch: aus Asphalt wurde Schotter, der Weg technisch immer komplizierter. Das einzig konstante: die Steigungsprozente. Im Vorderfeld dann die Attacken der Profibiker. Wenige Minuten dahinter versuchten Arndt & Sven ihren Rhythmus zu finden. Seite an Seite mit den Rothaus-Cube Bikern Wagner & Baeten motivierte zwar, doch einfacher wurde es dadurch nicht. Auch für Andy & Mike wurde es schmerzvoller, besonders Mike hatte zunehmend Probleme auf der sich mehr und mehr hinziehenden Kletterpassage. Der lange, steile Kanten – gar nicht sein Ding…

Irgendwann wars geschafft, der Gipfel erreicht, unzählige Substanz verbraucht. Was folgte war die letzte Trailabfahrt nach Sarnthein. Äußerst eng, verwinkelt und nur schwer fahrbar. Unzählige Stürze, zum Teil auch Schwere prägten das Bild.
Was tun – riskieren oder verlieren? Genau, riskieren. Immerhin ja keine Spazierfahrt…
Also Arsch hintern Sattel und ab gings.

Nach 83km im Ziel in Sarnthein dann kräftig durchgeschnauft. Geschafft! Alles heil überstanden! Mit Rang 29 wurde für Arndt & Sven erneut die 30er Mauer durchbrochen, auch insgesamt ein 26.Platz. Bei Andy & Mike wars Rang 83. Dennoch aller Ehren wert.

Meine Herren, nun aber Füße hoch und fein regeneriert….

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 6: Sarnthein – Kaltern

Auf gehts ins Singletrailparadies

Die sechste Etappe von Sarnthein nach Kaltern war durchzogen von Trails. Dazu “nur“ 77 Kilometern lang und mit “läppigen“ 3.173 Höhenmetern eine Rollerrunde gegenüber den beiden harten Etappen der Vortage. Sollte man zumindest denken...

Was sich dann offenbarte war alles andere als easy. Unbarmherzig zeigte sich heute vorallem die Sonne. Ganze 35 Grad machten das Biken fast unerträglich. In den Anstiegen stand die Luft, auf den Rücken brannte die Sonne, in den Augen blitzte das grelle Licht.
Zu Beginn ein gemächlicher Mix aus teilweise steilen Schotterwegen und anspruchsvollen Trails zum Kreuzjoch. Hier oben wartete wieder der tägliche Panoramablick. Diesmal im Focus das gesamte Südtiroler Unterland der Dolomiten, bis hinüber zum Ortler.
Nun hieß es: Bitte anschnallen. Im “freien Fall“ gings die Trails hinab, einige Wahnwitzige überholten hier noch. Wieder andere verteilten sich nach waghalsigen Stürzen und Manövern neben der Strecke. Also: Augen auf und durch!

Durch Almwiesen ging es über das Auener Jöchl, vorbei an den Stoanane Mandln bis hinauf zum Möltener Kaser. Allerhöchster Fahrspaß – wenn nur das Renntempo nicht wäre...
Bestes Freeriderevier, nur Zeit dafür war keine.
Von Mölten ging es über einen 800 Höhenmeter-Trail hinunter nach Vilpian ins Etschtal. Die Hitze unerträglich, permanent vermischten sich Schweißtropfen mit Tränen vom Temporausch. Die Sicht immer mehr eingeschränkt, das Risiko immer höher.

Kurz vor dem Eppaner Höhenweg dann die entscheidende Schlüsselstelle. Auch wenn niemand rief, war das handeln klar: Absteigen bitte! Die Steilwand vor Augen, sowie der lose Untergrund unter den Stollen, machte ein fahren auf dem verblockten Pfad unmöglich.
Knapp einen Kilometer schieben. Und das bei brütender Hitze, ohne Fahrtwind, ohne Abkühlung. Fahrer um Fahrer, Rad um Rad schob sich die Transalp-Karawande gen Gipfel. Gezeichnet von der Hitzeschlacht.

Die folgende Schotterabfahrt, durchzogen von kleinen Trails und Waldwegen, war dann bekannt. Der Ritt nach Kaltern war aus dem letzten Jahr noch bekannt. Nur der letzt Kilometeranstieg zum Ziel quälte die Vier nochmals zusehend.
Am Ende gezeichnet von der Hitze erreichten Arndt & Sven und Andy & Mike komplett ausgelaugt das Ziel. Gegner gabs heute eigentlich nur einen. Und das war die Sonne...

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 7: Kaltern – Andalo

In unguter Erinnerung

Der siebente Tag, das fünfte mal mehr als 3.000 Höhenmeter und die Temperaturen wieder jenseits der 30 Grad. Auch heute auf der vorletzten Etappe der Transalp 2009 sollte es kein Zuckerschlecken werden... Dazu war der Etappenverlauf identsich mit dem aus 2008.

Auch wenn die Etappe mit 75 Kilometern relativ kurz war. Durch die Bergankunft hinauf nach Andalo gipfelte der “Spaß“ heute in einen 800 Höhenmeter langen und teilweise extrem steilen Schlußanstieg. Das alles noch in böser Erinnerung aus dem letzten Jahr.
Doch zuerst führte der Streckenverlauf von Südtriol hinüber ins Trentin. Vom Start ging es zwar fahrtechnisch relativ einfach los, doch konditionell stand die Etappe den Vortagesabschnitten in nix nach. Nach der Überfahrt nach Altenburg musste bereits Höhenluft geschnuppert werden. Auf typischen Alm- und Schotterwegen ging es zum 1.800 Meter hohen Graunerjoch. Gut 25 Kilometer nur bergan. Und wieder war die Sonne der unbarmherzige Begleiter. Die Auffahrt bot herrliche Blicke über die geometrisch angelegten Obstgärten Südtirols bis in die zurückgelassenen Dolomiten.

Vom Joch führte ein Trail bis nach Vervo. Wieder extrem steil, grob-schottrig und sehr technisch. Ettliche Defekte und Platten ereilten wieder einige Kontrahenten. ’Nur verschont bleiben, kein Risiko eingehen.’ Nun hieß es erstmals Essen fassen!. Hektisch gingen die Blicke nach links und rechts. ’Wo steht Babett? Wo ist meine Flasche?’
Über sanfte Waldwege gings ins Valle di Non, über das majestätisch die Gipfel der Brenta thronen. Trinken – bei der Hitze wieder unheimlich wichtig. Immer noch schwirrte der Schlußanstieg durch den Kopf.

Zahlreiche Asphaltabschnitte erleichterten nun etwas das Fahren, die unzähligen Kuppen und Wellen durch das Nonetal raubten jedoch zunehmend die Kraft. Über Termon und Campodenno führte der Weg nach Spormaggiore, der zweiten Verpflegungsstelle. ’Schnell nochmals trinken und essen, bevor der Horror beginnt.’

Schlußanstieg zur Bergankunft nach Andalo. ’Na dann, Trikot auf, Brille runter und auf gehts.’ Aber welche Taktik sollte man fahren? Nochmals angreifen obwohl die Beine schon grau sind? Den Rhytmus suchen und Plätze verlieren? Schwieriges Unterfangen. Im Duett meistern die beiden Vogtland Bike Teams in ihren Gruppen den Berg. Flachere Teile wechselten sich mit extremen Rampen ab, Rhytmus finden schwierig. Immer wieder schnellte der Puls in den Kehren nach oben. Noch 5 Kilometer. Noch 3...
Die letzten Meter dann mit schleichendem Platten, geringer Traktion und schwammigem Gefühl. Punktlandung! Mit halb gefülltem Reifen erreicht Arndt zusammen mit Sven das Ziel. Rang 25 heute und sogar Roland Golderer versägt. 
Auf Platz 60 kommen Andy & Mike. Auch sie gezeichnet vom langen Schlussanstieg.
Doch so langsam kommt ein Lächeln auf. Morgen nochmal und dann ists geschafft!

TRANSALP Etappenbericht | Etappe 8: Andalo - Riva del Garda

Badetag!

Ein letztes Mal tickt der Countdown. Ein letztes mal säuselt AC/DC’s “Highway to hell“ aus den Lautsprechern. Ein letztes mal werden der Muskelkater und die Schmerzen in den Beinen missachtet. Noch 61 Kilometer also und dann ist die Transalp Challenge 2009 Geschichte.

Wie auch der Startort Mittenwald vor 8 Tagen, feiert das Traditionsziel am Gardasee heuer sein zehnjähriges Etappenort-Jubiläum. Wenn auch nur mit 1451 Höhenmetern gespickt, so hat es der Schlußabschnitt nochmals in sich. Diesmal nicht mit einem Anstieg, sondern der mörderischen Abfahrt nach Ranzo, die Mike und Sven noch aus dem Rennen vom Vorjahr kennen. ’Nur nicht stürzen hier auf den letzten Metern und die gut Platzierung wegschmeissen.’ ist die einhellige Meinung. 

Aufgrund der Trailabfahrt wird auch das Startprozedere geändert. Im 2-Minuten-Rhythmus gehen die Startblöcke auf die Strecke, um einem “Stau“ an der heutigen Schlüsselstelle vorzubeugen. Also erst mal die Top20, die Führenden der einzelnen Wertungen sowie die MTB-Profis vorweg lassen. Sollen die sich doch austoben und den Trail hinab stürzen.

Okay, AC/DC ertönt, die Schuhe klicken ein und los gehts. Nach einem ersten kürzeren Anstieg – im Gegensatz zu den Rampen der Vortage, eher ein “Hügel“ – rollt der ganze Tross durch das Val Biole bis nach Molveno. Nun gehts hinüber zum Lago di Molveno, dem größten alpinen See Italiens. Hier gibts nun letztmals eine atemberaubende Aussicht. Wunderschön liegt der Molvenosee voraus. In ihm spiegeln sich die Spitzen der Brentagruppe. Von hier gehts nun zum letzten Pass der diesjährigen Alpenquerung - dem Passo die San Giovanni. Nochmals wechseln sich Wald-, Wiesen- und Schotterwege ab. Nochmals quält der innere Schweinehund, doch irgendwie verleiht die Aussicht auf ein Ende der Qualen auch Flügel. Selbst die beiden “Plattfüsse“ an Arndts und Svens Rädern fallen fast nicht mehr ins Gewicht.

Endlich oben! Die letzten Höhenmeter sind gemeistert – knapp über 20.000 stehen nach der Woche auf der Uhr.

Nun der krönende Abschluss. Mit einigem Bammel gehts in die Abfahrt. Schon die ersten schwierigen Wiesentrails lassen den Blick schärfen. Bloß vorsichtig, nicht noch stürzen. Links und rechts kündigen die Ausblicke in die Dolomiti di Brenta und zum Gardasee das nahe Ziel an.
Der Taril wird immer steiler, die Klippen immer ausgesetzter. ’Nee, nee Jungs, nicht mit uns!’ Das Risiko ist zu hoch. Arndt & Sven, sowie knapp dahinter Andy & Mike ziehem teilweise den Fußmarsch vor. Von allen Seiten stürzen sich dennoch gekonnt oder weniger gekonnt (mit Sturz) einige Kontrahenten ins Tal. Ein hammerharter Downhill. Manch’ artverwandter Biker hätter seine Freude dran...

Nach Ranzo wirds wieder fahrbar. Die letzten Kilometer sind nur noch “Schaulaufen“. Es ist geschafft. Das Ziel greifbar. Die Orte Sarche, Dro und San Martino fliegen nur so an einem vorbei. Da vorn. Endlich Riva.

Zum letzten mal wird die Ziellinie überquert. Zum letzten mal am Verpflegungsstand “gespeist“. Zum letzten mal der Blick in die Ergebnislisten: Rang 35 Arndt & Sven, Rang 60 Andy & Mike. Nur die obligatorische Dusche wird getauscht mit einem Sprung in den Gardasee.

Was bleibt ist der Blick zurück. Transalp 2009 – ein Ritt durch die Gezeiten, erst 40cm Schnee, dann unerträgliche Hitze. Alles war dabei.
Aber die Hauptsache die zählt: heil angekommen, im Gegensatz zu vielen anderen...

TRANSALP Nachbericht

Alpenüberquerung von Nord nach Süd.

Eiszeit im Juli – 4 Grad und Neuschnee auf der Strecke.

Hitzewelle – 38 Grad, brennende Sonne und stickige Luft auf dem Weg durch die Dolomiten.

Die Transalp hatte auch 2009 einiges zu bieten. Wie immer schönes und unschönes.  Doch das, was das Team Vogtland Bike bereits beim Ritt durch die deutschen Mittelgebirge ausgezeichnet hat, kam auch hier wieder zum Vorschein.

Hart, zäh und unheimlich leistungsdicht waren die Attribute, die das Durchkommen der beiden Teams möglich machte. Zielstrebigkeit und Ausgeglichenheit die Eigenschaften, die den kleinen sportlichen Unterschied zu manch Profiteam wettmachte.

Das persönliche Ziel Top100 wurde mehr als unterboten. Während nach den Etappen Masseure die müden Muskeln der Vier massierten, rieb man sich zuhause mehrfach verwundert die Augen – Zieleinläufe bis unter die Top 30 standen zu Buche.

Hätte keiner gedacht, umso größer die Freude. Respekt Jungs!

Nun sind die ersten beiden Highlights 2009 Geschichte, die Auftritte waren mehr als überzeugend, die Ergebnisse aller Ehren wert. Mit der Trans Germany und der Transalp wurden die schwersten Etappenrennen des Kontinents unter den Top 50 beendet.

Bleibt eigentlich nur noch der Blick über den Teich. Cape Epic vielleicht...

Na mal sehen was 2010 so bringt.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Paul (Donnerstag, 30 Juli 2009 20:32)

    Na Respekt Sven,
    jetzt weiß ich wieso du im XXXXXL kein RiesenCaipirinha getrunken hast...