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24h Rennen München SOLO

eigentlich ohne Erwartungen ins Rennen gegangen und dann richtig gut gelaufen - 4. Platz beim ersten 24h Rennen

Tja, was soll ich sagen ... es war einfach nur der Hammer!!! Das 24h Rennen im Münchner Olympiapark stand dieses Jahr ganz groß in meinem Rennkalender. Nachdem ich beim Fichkona 2003 (Radmarathon vom Fichtelberg ans Kap Arkona) mit einer neuen Rekordzeit (601km in 19:29h) das Ziel erreichen konnte war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Das 24h Rennen im Münchner Olympiapark war dafür die optimale Gelegenheit - und zwar als Einzelstarter. Bei diesem extremen Marathon ging es darum innerhalb von 24h so viel wie möglich Runden auf dem technisch sehr anspruchsvollen Kurs zu absolvieren und vor allem 24h durchzuhalten. Der Startschuss viel am Samstag um 13:00 Uhr. Primäres Ziel für mich war in erster Linie also überhaupt die 24h durchzustehen. Zum internationalen Starterfeld gehörten u. a. Ingo Ebeling, der sich eine Woche vorher bei der 24-Stunden-Mountainbike-Europameisterschaft den 2. Platz sicherte. Die ersten Stunden im Rennen waren schon sehr anspruchsvoll - Temperaturen jenseits der 30° waren nicht gerade die optimale Voraussetzung für einen solchen Extremmarathon. Die Teamfahrer, welche sich über die Distanz abwechselten (es war auch möglich die Distanz im Team zu bewältigen) schlugen natürlich ein zügiges Tempo an. Meine Taktik war: ruhig fahren und einen Rhythmus finden. Nach den ersten 8h hielt ich kurz an (ganze 3min), um mich für die Nacht fertig zu machen - Licht montieren, Weste anziehen. Mit dem kühleren Wetter und der Dunkelheit kam ich bestens zurecht und forcierte über Nacht das Tempo. Dieser Angriff trug auch bald Früchte und ich konnte mich von einem ohnehin schon phänomenalen 10. Platz (von 78 Startern) weiter nach vorn schieben. Ich entschied mich dafür die Nacht ohne Pause zu fahren, um weiteren Boden gut zu machen. Viele der Einzelstarter machten einen Stopp, um dem Körper eine Erholungsphase zu gönnen. Als der Morgen sich langsam ankündigte, kam dann auch bei mir der Mann mit dem Hammer. Meine Beine wollten sich nicht mehr wirklich bewegen und es tat alles einfach nur noch höllisch weh. Besonders gut in Erinnerung werden mir wohl die 3 Rampen bleiben, welche als Zuschauerunterführung dienten. Mit viel Schwung musste man die eine Seite hoch und genauso viel Schwung bekam man auf der anderen Seite wieder mit. Nur das Problem waren die harten Schläge, die man bei jeder Auf- bzw. Abfahrt zu spüren bekam. Als ich erfuhr, dass ich mich in der Nacht um 5 Plätze auf den 4. vorgearbeitet hatte, gab es nur noch ein Ziel: Kopf in den Nacken und beißen. An den Anstiegen hatte sich ein Teil meines Betreuerteams positioniert: sie gaben mir in jeder Runde moralische Unterstützung. Apropos Betreuerteam Steffen, Anja, meine Schwester, Michael und last but not least meine Mum, machten einen grandiosen Job. Der harte Kern (Steffen und Anja) war die ganzen 24h an der Strecke. Sie reichten mir Trinkflaschen, Verpflegung, die nötige Motivation und halfen mir bei Defekten. Die letzten 3h war mein Körper dann im absolut roten Bereich und ich konnte nur noch mir größter Überwindung Runde für Runde abspulen und meinen Vorsprung verteidigen. Nach 23h und 57min bin ich dann in die letzte Runde eingebogen. Das letzte mal die Rampe hoch und dann durchs Ziel rollen, das war schon ein grandioses Gefühl. Es ist absolut krass, was man mit Willensstärke und natürlich dem entsprechenden Training aus seinem Körper rausholen kann. Mindestens genauso wichtig ist aber auch das Betreuerteam - nur durch diese optimale Unterstützung konnte ich mich ganz auf mich konzentrieren - also an dieser Stelle noch mal ein dickes Dankschön an alle Supporter - ihr wart einfach Spitze.

 

DIE FAKTEN

Fahrzeit: 24h17 min

Rundenzahl: 86

schnellste Runde: 10min41 sec

Gesamtstrecke: ~420 km

Kalorienverbrauch: ca.15 000 kcal

Iso-Getränke: ca. 25 Liter

Platzierung: 4.

Fazit: Ein hartes Rennen und eine neue Erfahrung was der Körper leisten kann.